Warum wir eine Katzenschutzverordnung brauchen
Katzenschutz beginnt mit Verantwortung: Katzen gehören für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Leben. Sie sind Familienmitglieder, Gefährten und geliebte Haustiere. Doch es gibt auch eine andere Seite:
Katzen, die niemandem gehören.
Katzen, die auf der Straße geboren werden.
Katzen, die krank, verletzt, hungrig oder verwahrlost sind.
Katzen, die sich unkontrolliert vermehren und deren Nachwuchs wiederum selbst Nachwuchs bekommt.
Genau diese Katzen begegnen uns als Katzenhilfe Mainz e.V. immer wieder. Wir kümmern uns um Tiere, die sonst häufig niemanden haben. Und wir wissen deshalb aus eigener Erfahrung:
Katzenleid lässt sich nicht allein durch die Versorgung erkrankter und hilfsbedürftiger Tiere lösen. Wir müssen verhindern, dass immer wieder neues Leid entsteht. Dafür brauchen wir eine Katzenschutzverordnung.
Was eine Katzenschutzverordnung bewirken kann: Eine Katzenschutzverordnung schafft einen verbindlichen Rahmen für den Schutz freilebender Katzen. Sie kann insbesondere dafür sorgen, dass Freigängerkatzen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden und dass der unkontrollierte Freigang fortpflanzungsfähiger Katzen eingeschränkt werden kann. Genau diese Möglichkeiten sieht § 13b des Tierschutzgesetzes vor.
Das klingt zunächst nach einer Regelung für Katzenhalter. Tatsächlich geht es aber um viel mehr: Es geht darum, einen Kreislauf zu durchbrechen.
Denn jede unkastrierte Freigängerkatze kann Nachwuchs bekommen. Und aus diesem Nachwuchs entstehen wiederum weitere fortpflanzungsfähige Katzen. So wächst die Zahl der Tiere, die später ohne ausreichende Versorgung auf der Straße leben. Eine Katzenschutzverordnung setzt genau an diesem Punkt an.
Kastration verhindert Tierleid: Für uns ist Kastration kein Selbstzweck.
Kastration ist aktiver Tierschutz: Jeder verhinderte Wurf bedeutet auch, dass Katzen gar nicht erst in eine Situation geraten, in der sie möglicherweise niemand versorgen kann.
Für uns bedeutet Katzenelend nicht nur, dass irgendwo eine Katze lebt.
Es bedeutet häufig: Krankheiten, Verletzungen, Hunger, Parasiten, Infektionen, Revierkämpfe, Verkehrsunfälle, verwaiste Katzenwelpen und Tiere, die aufgrund ihrer Lebensbedingungen früh sterben.
Eine Katzenschutzverordnung kann helfen, die Zahl der Tiere, die unter diesen Bedingungen leben müssen, langfristig zu reduzieren.
Wir als Katzenhilfe können nicht immer nur die Folgen auffangen!
Unsere Arbeit ist wichtig – aber sie kann nicht die alleinige Lösung sein. Im Jahr 2025 haben wir 293 Katzen kastrieren lassen und 223 Katzen in ein neues Zuhause vermittelt. Unsere Tierarztkosten beliefen sich im selben Jahr auf rund 155.000 Euro. Hinzu kamen etwa 8.000 Euro für Futter und Streu. Diese Zahlen zeigen, wie viel Engagement notwendig ist, um die Folgen von Katzenelend aufzufangen. Aber hinter unseren Zahlen stehen Tiere. Tiere, die Hilfe gebraucht haben und genau deshalb wünschen wir uns eine Veränderung:
Wir wollen nicht nur immer mehr Katzen retten müssen. Wir wollen dazu beitragen, dass weniger Katzen überhaupt erst in Not geraten. Eine Katzenschutzverordnung ersetzt den Tierschutz nicht – sie macht ihn nachhaltiger.
- Natürlich wird es auch mit einer Katzenschutzverordnung weiterhin Katzen geben, die krank oder verletzt sind und Hilfe benötigen.
- Natürlich wird es weiterhin ausgesetzte Tiere geben.
- Natürlich wird es weiterhin Notfälle geben.
Aber eine wirksame Katzenschutzverordnung kann dazu beitragen, die Zahl der ungewollten Würfe und damit langfristig auch die Zahl der herrenlosen und freilebenden Katzen zu reduzieren. Damit wird auch die Arbeit der Tierschutzvereine nachhaltiger. Denn wir möchten unsere begrenzten Ressourcen dort einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden:
- bei den Tieren, die unsere Hilfe dringend benötigen – und nicht immer wieder bei der Bewältigung vermeidbarer Katzenpopulationen.
Kennzeichnung und Registrierung sind ebenfalls Katzenschutz
Eine Katze kann verloren gehen, entlaufen oder ausgesetzt werden. Ist sie gekennzeichnet und registriert, besteht eine wesentlich bessere Chance, sie ihrem Menschen wieder zuzuordnen. Deshalb gehören für uns Kastration, Kennzeichnung und Registrierung zusammen. Wer eine Freigängerkatze hält, übernimmt Verantwortung – nicht nur für das eigene Tier, sondern auch für die möglichen Folgen seiner Fortpflanzung. Eine Katzenschutzverordnung schafft hierfür klare und nachvollziehbare Regeln.
-Katzenschutz funktioniert nur gemeinsam-
Wir als Katzenhilfe Mainz e.V. werden auch weiterhin tun, was wir können.
- Wir werden Katzen kastrieren.
- Wir werden kranke und verletzte Tiere versorgen.
- Wir werden Katzen aufnehmen und vermitteln.
- Wir werden freilebende Katzen betreuen.
- Und wir werden uns weiterhin für jedes einzelne Tier einsetzen.
Aber ehrenamtlicher Tierschutz darf nicht allein dafür verantwortlich sein, die Folgen einer unkontrollierten Vermehrung aufzufangen. Katzenschutz ist eine gemeinsame Verantwortung von Katzenhalterinnen und Katzenhaltern, von Tierschutzvereinen, von Tierärztinnen und Tierärzten und auch von den Kommunen. Deshalb brauchen wir eine Katzenschutzverordnung. Für uns ist eine Katzenschutzverordnung kein bürokratisches Hindernis und keine unnötige zusätzliche Vorschrift. Sie ist ein Instrument, um Tierleid zu verhindern. Sie hilft, Verantwortung zu schaffen, unkontrollierte Vermehrung einzudämmen, freilebende Katzen besser zu schützen und sie gibt dem Tierschutz die Möglichkeit, langfristig wirksamer zu arbeiten.
In Rheinland-Pfalz gibt es diese Möglichkeit bereits. Die Landesregierung hat die entsprechende Ermächtigung 2015 auf die Kommunen übertragen. Zahlreiche Kommunen im Land haben seitdem Katzenschutzverordnungen erlassen.
Warum sollte Katzenschutz dort aufhören, wo eine Gemeindegrenze beginnt? Katzen kennen keine Gemeindegrenzen. Auch die Probleme der unkontrollierten Vermehrung kennen keine Grenzen. Genau deshalb brauchen wir einen konsequenten und nachhaltigen Katzenschutz.
Unser Ziel ist ganz einfach:
- Weniger Katzenleid.
- Weniger ungewollte Katzenwelpen.
- Weniger kranke und verletzte Straßenkatzen.
- Weniger Tiere, die niemand versorgen kann.
- Und mehr Verantwortung für die Katzen, die mit uns Menschen leben.
Eine Katzenschutzverordnung kann dazu beitragen.
Deshalb setzen wir uns als Katzenhilfe Mainz e.V. für eine Katzenschutzverordnung ein. Nicht weil wir weniger helfen wollen, sondern weil wir wollen, dass irgendwann weniger Hilfe notwendig ist.