Kleine Luna kämpft sich ins Leben zurück

Zwei Wochen zwischen Hoffen und Bangen: Die kleine Luna kämpft ums Überleben

77 Gramm. So wenig wog die kleine Luna, als ihr Kampf ums Leben begann. Ein winziges Katzenbaby, kaum größer als eine Handfläche, völlig hilflos und auf menschliche Hilfe angewiesen.

Was folgte, waren zwei Wochen voller Sorgen, Schlafmangel und Ungewissheit. Alle zwei Stunden musste Luna gefüttert werden. Nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Der Wecker klingelte rund um die Uhr. Kaum war eine Fütterung beendet, begann bereits das Warten auf die nächste.Doch trotz aller Bemühungen verschlechterte sich ihr Zustand zunächst. Das Gewicht sank von 77 auf nur noch 70 Gramm. Tage vergingen, ohne dass die Waage nach oben ging. Jeder Blick auf das Display wurde zur Zitterpartie. Jeder Grammverlust ließ die Angst wachsen, den Kampf zu verlieren.

Hinzu kamen schwere gesundheitliche Probleme. Eines ihrer Augen blieb geschlossen und entzündete sich massiv. Die Infektion war so stark, dass Eiter austrat. Unter dem geschlossenen Auge bildete sich eine große, schmerzhafte Schwellung, aus der ebenfalls Eiter austrat. Immer wieder stand die Frage im Raum, ob die kleine Katze es überhaupt schaffen würde.

Wer die Bilder sieht, erkennt ein niedliches Katzenbaby. Was die Bilder nicht zeigen, sind die schlaflosen Nächte, die Tränen, die Sorgen und die ständige Angst, morgens aufzuwachen und festzustellen, dass das kleine Leben den Kampf verloren hat.

Leider ist genau das nicht immer zu verhindern.

Lunas Schwester starb bereits am zweiten Tag. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Während eine kleine Katze sich ins Leben zurückkämpfte, musste die andere gehen. Solche Momente gehören zu den schwersten Erfahrungen in der Tierschutzarbeit. Denn hinter jeder Zahl steht ein Lebewesen, für das man alles gegeben hat. Umso größer ist die Freude, dass Luna sich schließlich zurück ins Leben kämpfen konnte. Nach Tagen voller Rückschläge zeigte die Waage endlich wieder nach oben. Heute wiegt die kleine Kämpferin 168 Gramm und scheint das Schlimmste überstanden zu haben.

Ihre Geschichte ist jedoch nur eine von vielen.

Allein in den vergangenen drei Monaten wurden auf dieser Pflegestelle zwei Katzenmütter und insgesamt neun Kitten versorgt. Und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was derzeit bei den Pflegestellen der Katzenhilfe Mainz e.V. anfällt. Viele Ehrenamtliche arbeiten längst an der Belastungsgrenze. Sie investieren ihre Zeit, ihre Energie, ihre Freizeit und oft auch ihre Nerven, um Katzen eine Chance auf ein Leben zu geben.

Dabei könnte ein Großteil dieses Leids verhindert werden.

Jedes Jahr werden unzählige Katzen geboren, für die es keine Versorgung gibt. Viele Kitten kommen krank zur Welt, werden sich selbst überlassen oder finden erst Hilfe, wenn ihr Zustand bereits kritisch ist. Katzenschutzverordnungen können dazu beitragen, die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und damit das Leid unzähliger Tiere zu verhindern, bevor es überhaupt entsteht.

Luna hatte Glück. Sie bekam die Hilfe, die sie zum Überleben brauchte. Viele andere Katzen haben dieses Glück nicht.

Deshalb bitten wir: Unterstützt den Tierschutz vor Ort und setzt euch für eine Katzenschutzverordnung in euren Gemeinden ein.
Jede Unterstützung hilft, weiteres Leid zu verhindern und Leben zu retten.

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