Wir werden eine Katzenfamilie – es werden Zwillinge

Eine Katzengeschichte einer sehr dankbaren Familie – legt euch Taschentücher bereit!

Wie war das eigentlich so … ohne Katzies….? Keine Ahnung, unvorstellbar

Ich erzähle unsere Geschichte:
Wir sind eine 4 köpfige Familie: Tochter 14, Sohn 16, Papa 45, Mama 56.

Unsere 14 jährige Tochter ist chronisch krank und die Ärztin meinte schon währende des Krankhausaufenthaltes, so ein „Therapietier“ würde bestimmt bei der Genesung behilflich sein. Und weil sich unsere Tochter schon lange eine Katze gewünscht hat, haben wir uns mit 3 Ja Stimmen und einer Nein Stimme für ein Kitten entschieden.

Also musste unser Kind sich Gedanken machen (natürlich mit unserer Unterstützung), was man alles für so ein Lebewesen zum gesund heranwachsen und wohlfühlen braucht. Sie ging mit Eifer daran und wir merkten, wie es ihr gut tat, ein weiteres Ziel vor Augen zu haben, „als nur gesund zu werden“.

Dann, im November haben wir in den Tierheimen und Katzenhäusern rund um Bingen nach Kitten gefragt. Unser Plan: wir wollten in Ruhe die Katzen sehen, nach und nach kennenlernen und in unserem Weihnachtsurlaub (nicht als Geschenk!!!!) nach Hause holen. Uns war wichtig, dass das Kitten mindestens 12 Wochen sein sollte.
Leider wurden wir überall abgewiesen, mit der Begründung, in der Weihnachtszeit gäbe es keine Tiere. Die würden nur als Geschenk herhalten müssen (was bestimmt in einigen Fällen auch zutrifft).

Also haben im Bekannten- und Freundeskreis angefragt. Irgendwann hat sich tatsächlich eine Dame gemeldet, die uns Katzen im gewünschten Alter angeboten hat. Wir haben Bilder erhalten und durften die Tiere besuchen. Vereinbart war, dass wir schauen, ob wir und das Kätzchen uns sympathisch finden und wir es mit einigen Besuchen kennenlernen dürften, und das Kätzchen uns ebenfalls gut findet. Wir hatten die Wahl zwischen einem Kater und einer Katze. So war der Plan und mit der Dame vereinbart.

Natürlich kam es anders: Wir kamen dort an, wurden im Wohnungsflur empfangen. Die Katzenmama lief entspannt herum. Die Besitzerin hatte die Kitten im Arm. Sie begrüßte uns mit den Worten: „Das sind die Katzen. Sie können sich aussuchen, welches Tier Sie haben wollen. Aber Sie müssen dieses jetzt dann direkt mitnehmen“
Wir waren so überrascht und überrumpelt. Ich habe die Tierchen gesehen und dachte, so weit sind wir noch gar nicht vorbereitet daheim. Natürlich hatten wir die Grundausstattung, aber wir hatten den Transportkorb nicht dabei und ausgemacht war ja, dass wir erst mal schauen und uns entscheiden und kennenlernen.
Geld wollte die Dame übrigens nicht haben! Das möchte ich hervorheben!!!

Ich habe meine Tochter angesehen. Wir hatten uns (wie soll es anders sein) schockverliebt! Wir konnten 1. uns nicht entscheiden und 2. wusste ich, ich kann kein Kitten alleine mit nach Hause nehmen. Vor allem, weil wir mit Sicherheit unheimliche Fremde für die Kleinen waren. Wir haben uns schnell beraten und kurz entschlossen, beide mitzunehmen. Von der Besitzerin haben wir eine warme Kuscheldecke mitbekommen, da es draußen dunkel und kalt (im November) war und die 2 sicherlich schlimmste Ängste ausstanden.

Von unterwegs haben wir dann den Rest der Familie darüber informiert, dass wir die Katzies direkt schon mit Heim bringen.

 Fritz´s

und Lilly´s Ankunft bei uns daheim.

Die Überraschung und Verwunderung war groß, aber wir haben uns auch gefreut und waren aber etwas ängstlich, wie wir das schaffen können.

Aber wir haben es geschafft und nach einigen Tagen wurde es besser.
Das lag mit Sicherheit daran, dass unsere Kinder sehr viel mit beiden gekuschelt haben, wenn die Katzies das wollten und wir viel Geduld hatten, die letztendlich sich absolut ausgezahlt hat:

So vergingen die Tage und Wochen und wir hatten 2 lustige und sehr verschmuste Familienmitglieder dazu bekommen, die hervorragend zu uns passen.

Lilly beobachtet alles sehr genau und ist sehr mutig; Fritz ist ein ängstlicher Kerl, der immer seine Schwester vorschiebt und es ihr dann nachmacht. Sie ergänzen sich prächtig.

 
die beiden lieben es, sich auf der frisch gewaschenen Wäsche auf den Wäscheständer zu legen und alles zu beobachten 😉.

Und wir können voller Freude mitteilen, dass sich der Gesundheitszustand unserer Tochter in kleinen Minischritten ins Positive bewegt, dank unserer Fellknäule.

Da wir auf dem Land wohnen, war von Anfang an klar, dass unsere Fellnasen selbstverständlich Freigänger werden.
Daher mussten sie unbedingt kastriert, bzw sterilisiert werden. Dank der Unterstützung der Katzenhilfe konnten wir das im März in Angriff nehmen lassen.

 
Am Abend der Kastration bzw. Sterilisation waren unsere Katzies erschöpft und haben sich auf der Kuscheldecke zum Ausruhen hinlegen können.

Im Mai 2026 war es dann endlich soweit und Lilly und Fritz durften in unserem Beisein mit raus in den Garten.
Dadurch, dass unsere Tochter eine sehr enge Beziehung zu unseren Fellnasen aufgebaut hat, sind diese in den ersten 2 Wochen immer nur in Rufweite gewesen. Wenn wir dann aus dem Garten ins Haus zurück sind, kamen sie sofort angerannt und sind mit rein. Das war faszinierend zu sehen, wie die 4 Beiner hören, fast wie Hunde. Wir sind immer noch ganz verzückt, wenn Fritz draußen ist, und wenn wir ihn rufen, er dann ganz schnell angerannt kommt und sich freut, von uns gestreichelt zu werden.


Hier liegen beide vor der Gartentreppe und genießen die Kühle der Platten, weil es doch schon recht warm in der Sonne ist.

Dann: eines schönen sonntags ist das Unbegreifliche passiert:

Unser Lilly Mädchen, sie ist immer noch klein und zart, wurde vor unserer Haustür, vor den Augen unserer Tochter von einem Auto angefahren. Und obwohl der Fahrer den Schrei der Katze, den Aufprall und den Schrei unserer Tochter gehört haben muss, ist er einfach weitergefahren.
Das war am Sonntag, 18. Mai 2026, ca 10.30 Uhr in Waldalgesheim-Genheim.

Zum Glück im Unglück hat unser Kind das gesehen und auch gesehen, wohin die Katze in ihrer Panik  hingelaufen ist. Dort wo sie war, hätten wir sie vermutlich nicht gesucht.

Wir sind alle raus und haben an der Stelle gesucht, und zum Glück gefunden. Sie hat furchtbar entsetzt ausgesehen und ihr Beinchen hing einfach nur runter.

 
Tag der OP. Wir fahren gleich zur OP in die Tierklinik. Fritz passt auf sein Schwesterchen, das sehr leidet, auf!

Nach einem kurzen Telefonat mit einer bei uns befindlichen Tierklinik fuhren wir nach Hofheim in die Tierklinik. Dort stellte man einen Oberschenkelbruck fest, der operiert und eine Platte eingesetzt werden musste.
Wir, meine Tochter und ich, waren so fertig und haben so viel geweint. Nicht nur mussten wir mehr als 2 Stunden warten, und nach einer ganzen Stunde wurde dem Tierchen mal ein Schmerzmittel gegeben. Auch als wir von den enormen Kosten in Höhe von 5000 Euro erfuhren, die wir zahlen sollten.
In meiner Verzweiflung rief ich Tina Schmittel von der Katzenhilfe in Mainz an. Sie war selbst in einem Einsatz und hat mich an eine Kollegin, Frau Kreber-Walther verwiesen. Und ich kann gar nicht sagen, wie außerordentlich dankbar ich bin.

Zuerst hat Frau Kreber-Walther mit der Tierärztin in meinem Beisein telefoniert und einige Dinge klar gestellt. Zum Beispiel, dass es medizinisch nicht notwendig war, unsere Katze 2 Nächte in der Klinik zu behalten. Schon alleine dadurch sind die Kosten nicht mehr so hoch! Und überhaupt hat sie sich mit Frau Schmittel später so wahnsinnig toll für uns eingesetzt, dass unserem Kätzchen weder das Bein amputiert werden musste, noch dass wir die Katze abtreten müssen, weil wir uns 5000 Euro nicht leisten konnten.
Das wäre ein katastrophaler Rückschlag in der Gesundung unserer Tochter gewesen.

 
Lilly am Tag der OP, kurz vor Antritt der Heimreise.

Und es sind noch Wunder geschehen:
Wir brauchten 2 Gehege, da Lilly 8 Wochen lang nicht wirklich gehen darf. Sie darf nicht gehen, nicht springen, hüpfen oder sonst etwas tun, dass den Knochen mit der Platte in Gefahr bringen würde.

Und ein Mitglied der Katzenhilfe hat noch montags spät abends ein super tolles stabiles Gehege zu uns nach Hause gebracht.
Und ein Freund von uns, hat uns ebenfalls eins ausgeliehen.
Für die Verleihung der beiden Gehege möchte ich mich von Herzen, auch im Namen unserer Familie, ganz herzlich bedanken.

Inzwischen sind 10 Tage seit der OP vergangen. So langsam geht es unserer kleinen Stupsnase etwas besser

  
Kuscheln ist für unser Kätzchen immer wichtig. Sie sucht den Körperkontakt

Jedoch leidet sie seit gestern an Durchfall und Brechreiz. Ich befürchte, dass sie das Antibiotika nicht so gut verträgt.
Heute Mittag sind wir beim Tierarzt und dann werden an der kleineren Wunde die Fäden gezogen. Mal sehen, was er zu unserem Kätzchen und seinem Zustand meint.

Das sind erstmal alle Informationen zu unseren Katzen.

Ein Leben ohne unsere Fellknäule können wir uns nicht mehr vorstellen und selbst, unser Großer, der anfangs nicht begeistert von der Idee mit der Katze war, kümmert sich inzwischen ebenfalls liebevoll um unsere Kätzchen. Wir sind so glücklich mit den Beiden und wünschen uns vor Herzen, dass es aufwärts geht.

Übrigens: an alle Tierhalter: schafft euch ne Tierkrankenversicherung an. Diese nimmt euch Sorgen, wenn ihr dafür keine Gedanken habt, weil euer Liebling schwerst erkrankt oder verunfallt ist.

Wir haben bitter lernen müssen ☹

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