Eine Geschichte von Dagi und Dosi

Hallo ich bin Dagi, eine Streunerin aus einem Schrebergarten in Jena. Auf Umwegen bin ich bei der Katzenhilfe Mainz in der Pflegestelle von Tina gelandet.

Was soll ich sagen, im März 2025 kam so eine Frau zu Tina und suchte glatt mich aus.
Ich hatte mir so Mühe gegeben mich im Kratzbaumkörbchen einzuigeln. Aber nein die Wahl fiel auf mich, die mit 6 Jahren älteste Katze .

Am nächsten Tag wurde ich zu dieser Frau transportiert und im Keller frei gelassen.
Ich verzog mich in eine Kiste und danach unter die Treppe.
Diese Frau, heute mein Dosi brachte mir immer Futter und stellte es an die Treppe und ging wieder.
Ein paar Tage später war Dosi mutig und versuchte schon an mein Fell zu kommen.
Nachdem Dosi so hartnäckig war, ließ ich mich nach 2 Wochen kurz mal berühren.

Ich überlegte, wie werde ich Dosi nur los, ich wollte doch keine Annäherung sondern raus.
Also beschloss ich mal auf gut Deutsch ins Wohnzimmer mein Würstchen zu hinterlassen.
Der Herr im Haus sagte zu Dosi: Schau mal in die Ecke, was ist das?
Aber Dosi nahm ein Tuch und weg war es.
Nach 2 Tagen ließ ich mir was Neues einfallen.
Ich machte auf der Couch mein Würstchen und auch mein Pipi.
Aber auch hier wurde alles wieder gereinigt und ich war immer noch nicht in meiner Freiheit.
Aber irgendwie schien Dosi jetzt Mut zu fassen und öffnete die Tür zur Terrasse.

Zaghaft setzte ich eine Tatze nach der anderen auf den Boden und ging auf Tour.
Abends wartete Dosi vergebens auf mich – aber am nächsten Tag trieb mich der Hunger heim.
Ich muss schon sagen, ich bin sehr verfressen und gemütlich.
Im Sommer bin ich dann nur raus und habe mich auf das Dach vom Carport gelegt.
Als mein Dosi 3 Wochen in den Urlaub fuhr wurde ich von 2 Jungs gefüttert und ich beschloss nun etwas länger im Haus zu bleiben. Dosi war dann ab 30.Oktober wieder da und von da an wurde mir bewusst wie schön ein warmes Zuhause ist.

Ich bin eine sehr brave Katze, die jetzt wirklich stubenrein ist, manchmal geht zwar auf der Toilette mal was daneben, bin halt auch keine Miss Twiggy sondern eher Goliath😂.

Ich liebe meine Dosi, morgens gehe ich mit auf Toilette, natürlich um mich bemerkbar zu machen, dass ich Essen möchte. Aber da muss ich an Dosi arg knabbern. Sie lässt sich überhaupt nicht erweichen, ich bekomme nur 3x am Tag eine 85 gr. Dose. Dabei habe ich doch so großen Hunger.

Gegen Abend, wenn Dosi dann auf der Couch sitzt, hüpfe ich zu ihr, schmiege mich an Sie, lege mich auf den Rücken und dann beginnt die Katzenmassage. Herrlich sage ich Euch, ich habe ein schönes Katzenleben ( bis auf meinen ewigen Hunger😂). Ich gehe jetzt nie mehr raus, bin eine richtige Wohnungskatze geworden und spiele ab und zu Ball. Wenn ich morgens meine Dose bekomme, kneife ich zärtlich in die Kniescheibe meiner Dosi. Sie soll schon merken, dass ich sie liebe. Auch das Sie meinen Bauch streicheln darf fast eine 1.5 Stunde lang, ist ein Beweis wie sehr ich das Leben hier genieße.

Ich bin eine schmusebedürftige Hauskatze geworden und bereue es nicht.

Ein bisschen wehmütig bin ich dann, wenn ich an die armen Streuner da draußen in der Welt denke, die kein warmes Plätzchen haben und alles nur, weil wir nicht kastriert sind. Klar man braucht viel Geduld mit uns Streuner, aber wenn ihr mal unser Herz erobert habt, sind wir die liebsten Wesen😂.

Bitte gebt uns Streuner eine Chance und helft uns, dass wir uns nicht so vermehren.
Das Leben auf der Straße gefällt uns auch nicht.

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